Landesschülerbeirat äußert sich zum Wegfall der Lehrerstellen

Landesschülerbeirat äußert sich zum Wegfall der Lehrerstellen

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Der 10. LSBR fordert einen transparenten Prozess und das Miteinbeziehen der regionalen Institutionen sowie der betroffenen Schulen.

Der 10. Landesschülerbeirat (LSBR) von Baden-Württemberg, als demokratisch legitimierte Vertretung der über 1,6 Millionen Schüler im Land, betrachtet den Wegfall der Lehrerstellen in Baden-Württemberg, momentan ist die Rede von 11.600 bis zum Jahr 2020, sehr kritisch.
Dies wird von Seiten der Landesregierung hauptsächlich mit dem Rückgang der Schülerzahlen begründet und aufgrund der prekären Finanzlage als notwendig erachtet. Tatsächlich aber besteht nach wie vor Unklarheit insbesondere darüber, in welchen Bereichen diese Lehrerstellen wegfallen sollen.

Der 10. LSBR fordert hier einen transparenten Prozess und das Miteinbeziehen der regionalen Institutionen sowie der betroffenen Schulen. Er ist sich darüber einig, dass innerhalb der im Koalitionsvertrag gesetzten Ziele, wozu der Ausbau der Ganztagsschulen, die Einführung der Gemeinschaftsschule und die verstärkte Inklusion besonders förderbedürftiger Kinder gehören, in vielen Bereichen kaum Spielraum für Einsparungen vorhanden ist. Des Weiteren sind die Schülerzahlen an den Gymnasien und beruflichen Schulen nicht rückläufig. Viele Schulen beklagen Lehrermangel sowie Unterrichtsausfall in hohem Maße. Hier können nach Meinung des LSBR keine Lehrerstellen wegfallen.

Ein besonderes Anliegen des 10. LSBR ist die Schülerbeteiligung in Form von SMV- Arbeit. Demokratische Strukturen innerhalb der Schulen dürfen nicht unter dem geplanten Stellenabbau leiden. Das Gremium äußert Bedenken, ob in Folge des Wegfallens der Lehrerstellen eine erhöhte Belastung einzelner Lehrkräfte und auch Benachteiligung einzelner Schüler durch Schließungen einzelner regionaler Schulen zu erwarten ist. Dies darf
keinesfalls zu Lasten der Schulgemeinschaft gehen.

Zur Konsolidierung der Haushaltslage im Land Baden-Württemberg sind Einsparungen durch Effizienzsteigerung notwendig. Der Landesschülerbeirat sieht vor diesem Hintergrund, bei sinkenden Schülerzahlen, die Notwendigkeit Lehrerstellen einzusparen, weist aber darauf hin, dass ein solcher Schritt erst dann erfolgen kann, wenn diese tatsächlich abkömmlich sind.
Bevor das Kultusministerium hier tätig wird, ergeben sich allerdings zahlreiche andere Möglichkeiten der Effizienzsteigerung, so verursacht beispielsweise das “Sitzenbleiben” in Baden-Württemberg immense Kosten und ist nach pädagogischen Gesichtspunkten nicht zu begründen.

Unter keinen Umständen darf Bildung als wichtigster Stützpfeiler unserer Gesellschaft leiden. Das Schulsystem in Baden-Württemberg benötigt deutliche Verbesserungen. Dies kostet Geld, welches hier aber als Investition in die Zukunft zu verstehen ist. Einsparungen dürfen nicht in den falschen Bereichen vorgenommen werden.

Selman Özen
Stellvertretender Vorsitzender des 10. Landesschülerbeirats

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Veröffentlicht ab: 
10.09.2012
Veröffentlicht bis: 
31.08.2014
Zuletzt geändert: 
12.09.2012 - 17:01
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