Naturschule Stromberg

Naturschule Stromberg

Snapshot Jugendarbeit
Projektbeschreibung

Nachhaltige Umweltbildung in der Region Nordschwarzwald  

Eine Naturschule in der Region

Seit 10 Jahren besteht der Umweltbildungsverein ARANEUS e.V. in der Region. Der Name "Araneus" bezeichnet die Radnetzspinnen und wurde als Symbol der ökologischen Vernetzung zwischen Mensch und Natur gewählt. Der Verein hat ein Team aus Fachleuten im Bereich der Ökologie und Pädagogik sowie anderen, für die Umweltbildung wichtigen Bereichen zusammengestellt und leistet eine hochwertige und teilnehmerorientierte Bildungsarbeit. In den letzten Jahren wurden 12 Jugendliche zu Co-LeiterInnen ausgebildet, um die Veranstaltungen von ARANEUS e.V. mitzubetreuen.

Im Durchschnitt nehmen pro Jahr ca. 800 bis 1000 Kinder und Jugendliche sowie ca. 150 Erwachsene aus der Region an den Veranstaltungen teil. Die Angebote von Araneus e.V. sind regelmäßig ausgebucht.

Ziel ist es Menschen jeden Alters für die Natur und deren Schutz zu interessieren, naturkundliche und ökologische Zusammenhänge zu vermitteln und die Natur als Lebensraum mit allen Sinnen erfahrbar zu machen. In diesem Sinne werden neue Methoden und Konzepte erarbeitet und in die Praxis umgesetzt. So zum Beispiel ein von der Jugendstiftung Baden-Württemberg gefördertes Projekt, das Kaltblutpferde in die Umweltbildungsarbeit einbezieht. Neben ökologischen und naturkundlichen Inhalten werden auch landschaftsgeschichtliche Inhalte und Konflikte der Kulturlandschaft sowie Aspekte des sozialen Lernens integriert. Als aktuelles Projekt, zur Qualitäts- und Kapazitätssteigerung, wird  Araneus e.V. ein Gebäude für eine Naturschule im Bereich des Strombergs erstellen, das als Ausgangspunkt für die Aktivitäten des Vereins dienen wird. Baubeginn wird der Winter 2004/2005 sein.

Dieses Projekt  wird für die Region ein wichtiger "weicher" Standortfaktor werden und kann auch für andere Regionen modellhaft sein.

Angesichts der sich veränderten Situation im Bereich Natur und Umwelt wird das Projekt einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung und zum Schutz der natürlichen Ressourcen und einer lebenswerten Natur und Umwelt in der Region leisten.

 

ARANEUS e.V. , Verein für Umweltbildung und Naturerfahrung

75417 Mühlacker, Zeppelinstr. 23

Tel.: 07041/861070, Fax.: 07041/861080

e-Mail: araneus.ev@t-online.de

Ansprechpartner : Klemens Köberle (geschäftsführender Vorstand)

1. Seit sechs Jahren erfolgreiche Umweltbildung

Vor sechs Jahren startetet der Verein für Umweltbildung und Naturerfahrung ARANEUS e.V. die Naturschule Stromberg für die Regionen Stuttgart und Karlsruhe in ehrenamtlicher Arbeit. In dieser Zeit haben ca. 3000 Kinder und Jugendliche Veranstaltungen der Naturschule besucht. Die offenen Veranstaltungen von Araneus sind ausnahmslos ausgebucht. Bei Veranstaltungen mit Schulklassen, Kindergärten, etc. ist die Kapazitätsgrenze erreicht.

Der Name Araneus ist ein zoologischer Fachbegriff und benennt die Radnetzspinnen. Der Namen wurde als Zeichen für die Vernetzung zwischen Mensch und Natur gewählt.

2.  Die Ausgangsidee und Zielsetzung - es war einmal

Die Ausgangsidee war, eine Institution zu schaffen, die eine nachhaltige Umweltbildungsarbeit mit dem Schwerpunkt auf regionaler Ebene in der westlichen Region Stuttgart und der östlichen Region Nordschwarzwald bietet. Nachhaltigkeit zu erreichen heißt in diesem Sinne, positive oder negative Betroffenheit (Naturverbundenheit, Umweltängste, Informationsunsicherheit, etc.) von Menschen im Interesse für Natur und Umwelt umzuwandeln sowie Mitmenschen zum Engagement für ihre eigene Umwelt und die ihrer Mitmenschen zu motivieren.

Ein weiteres Ziel ist die Förderung eines sanften, hochwertigen Tourismus. Menschen aus den umliegenden Ballungsräumen der Regionen oder aus anderen Landesteilen können so die Kulturlandschaft und Natur des Strombergs und des Nordschwarzwaldes und seiner Umgebung aktiv erleben.

3.  Inhalte - wenig Verpackung, viel drin 

Bei den Veranstaltungen der Naturschule Stromberg werden unter anderem folgende Inhalte behandelt:

- naturkundliche und ökologische Themen

- Pflanzen und Tierarten der Region

- Land- und Forstwirtschaft heute und früher

- Naturschutz, Umweltschutz , Konflikte in der Kulturlandschaft und Lösungsansätze

- Landschaftspflege

- Naturerfahrung mit allen Sinnen

- Landschaftsgeschichte der Region

- Verhalten in der Natur

- Produkte der Region

Die Inhalte und das Programm wird mit den entsprechenden Fachbehörden und Naturschutzverbänden abgestimmt und von erfahrenen PädagogInnen und Ökologen betreut. Die Gruppengröße bei Veranstaltungen ist auf 25 TeilnehmerInnen begrenzt, um eine gute didaktische Qualität zu garantieren.

4. Didaktische Kriterien - wichtig ist, wie man lernt

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Naturschule versuchen während der Veranstaltungen die folgenden didaktischen Kriterien zu verwirklichen:

- Interesse für das Erlebte und Erfahrene soll nach der jeweiligen Veranstaltung mit nach Hause genommen werden, damit der Lernprozess weitergeht

- Motivation zum Selbsterkunden und Eigenaktivitäten

- Lernen soll Spaß machen

- Learning by doing

- aktive Gestaltung der Zukunft

- global denken, lokal handeln

- Demokratie als Grundvoraussetzung des Handelns

- Leben in der Gruppe, Teamwork

- Erfahrung eines einfachen Lebens

- temporäre Gestaltung eines eigenen Lebensraumes mit wenigen Hilfsmitteln

-  u.a.

5. Programm - Von der Naturabenteuerwanderung bis zur ökologischen Kutschfahrt

Die Hauptaktivitäten von Araneus e.V. liegen bei ein- oder mehrtägigen, ökologischen Wanderungen, aber auch bei Radtouren, Kutschfahrten, Zeltlager, etc., bei denen folgende Schwerpunkten vermittelt werden:

- Wald

- Gewässer

- Wiesen, Streuobst, Bauernhof

- Nacht als Erlebnisraum

- Erarbeitung und Erprobung von neuen Spielen und umweltpädagogischen Aktivitäten

- Landschaftspflege mit Schulklassen und anderen Gruppen

- Mitarbeit auf dem Bauernhof, Trockenmauerbau, etc.

- Es werden auch nachfrageorientierte, maßgeschneiderte Programme angeboten.

- u.v.m.

Beispielhafte Beschreibung eines Angebotes der Naturschule Stromberg

Programmablauf  einer dreitägigen Naturabenteuerwanderung durch den Stromberg für Kinder von 8 - 12 Jahren.

Bei der dreitägigen Wanderungen, wird den TeilnehmerInnen die Natur mit ihren Pflanzen und Tieren sowie deren ökologische Einbindung in das Gesamtsystem auf interessante und spielerische Weise nahe gebracht. Zugleich werden auch die Kulturlandschaft der Regionen, ihre Besonderheiten, die historischen und aktuellen Nutzungsarten und Nutzungskonflikte erforscht und aktiv erschlossen.

Am ersten Tag werden ca. 12 Kilometer durch die Wälder und Felder der Stromberglandschaft zurückgelegt. Mit dabei sind die imposanten Kaltblutpferde Max und Moritz, die einen Transportwagen ziehen, auf dem der Tagesproviant, das Spiel- und Naturkundematerial (Bestimmungsbücher, Becherlupen, Käscher, etc.) transportiert wird. Zudem dürfen die Kinder unter Einsatz einer Karotte für die Pferde als Fahrkarte eine Wegstrecke mitfahren. Der Einsatz der Kutschenpferde ist für viele Kinder eine wichtige Erfahrung, da sie nicht nur zum Transport mitgehen, sondern auch gemeinsam gefüttert, getränkt, geputzt und gekrault werden müssen. Die Pferde fördern somit das gemeinsame Erleben und Handeln und haben sich somit als Lernverstärker bestens bewährt.

Unterwegs werden die Hauptbaumarten der Region spielerisch kennengelernt, Bodenlebewesen gesucht und ihre Lebensweise erklärt, sowie neben vielen Spielen auch eine 10 Meter hohe Kletterpartie, gut mit Kletterseil gesichert, unternommen.

Das erste Etappenziel ist eine Bauernhof. Dort kann beim Füttern der Tiere geholfen und beim Melken zugeschaut werden. Ebenfalls wird noch bei anderen anfallenden Arbeiten geholfen. Bei einer Bauernhofführung durch den Landwirt werden die verschiedenen Aspekte der Landwirtschaft angesprochen. Abends nach einer Lagerfeuerrunde mit Grillen, Spielen und Liedern wird noch eine Nachtwanderung unternommen. Dabei werden mittels eines Batdedektors die heimischen Fledermäuse beobachtet. Wer von den Kindern gerne möchte, darf alleine oder zu zweien eine mit Kerzen markierte Wegstrecke im Dunkeln laufen. Außerdem wird noch den vielfältigen Nachtgeräuschen vom Rufen des Waldkauz über Heuschreckenschnarren bis hin zum Quieken des Siebenschläfers gelauscht. Und wenn die Gruppe noch Glück hat, schwebt ein Leuchtkäfer vorbei.

Nach einer Nacht im kuscheligen Stroh beginnt der Tag mit einem reichhaltigen Frühstück und mit frischer Kuhmilch. Der Vormittag wird mit Natur- und Umweltabenteuerspielen gestaltet und ist wieder viel zu kurz. Das einfache Mittagssen am nächsten Tag wird, wie alle Malzeiten, soweit wie möglich aus regionalen Lebensmitteln, mit den Kindern zusammen über dem offenen Lagerfeuer zubereitet. Am Nachmittag geht es zum etwa 10 Kilometer entfernten zweiten Übernachtungsplatz durch Felder, Wälder, Weinberge, wo viele heimische Tier- und Pflanzenarten beobachtet und erklärt werden. Am Abend des zweiten Wandertages wird bei einer Forsthütte mitten im Wald das Lager aufgeschlagen. Zuerst muss Feuerholz  zum Kochen gesammelt und ein Pferch für die Pferde Max und Moritz gebaut werden. Nach dem Abendessen gibts wieder Lieder und Spiele am Feuer und eine spannende Abenteuergeschichte zum Abschluss. Unter den dichten Ästen einer alten Linde wird dann die Isomatte und der Schlafsack ausgebreitet. Die mondhelle Nacht ist voller geheimnisvoller Geräusche, knacken und knistern von  Mäusen, einem bellenden Rehbock. Am nächsten Morgen stellen die Kinder überrascht fest, dass sie das Laub des Baumes gut beschirmt hat und trotz Nieselregen alles trocken geblieben ist.

Am letzten Tag werden noch 8 Kilometer zum Ausgangspunkt der Wanderung zurückgelegt. Da es meist bergab geht, können alle Kinder die meiste Zeit auf dem Pferdewagen, gezogen von den gutmütigen Begleitern Max und Moritz, mitfahren. Am Ziel angekommen, wollen ein paar Kinder gar nicht nach Hause.

6. Zielgruppen - Alle machen mit

Für die Umweltbildungsarbeit von Araneus e.V. kommen als Zielgruppen alle Altersgruppen in Frage. In den Veranstaltungen wird Kindergärten, Schulklassen, Kindern und Jugendlichen und Erwachsenen die Gelegenheit gegeben, die regionale Natur- und Kulturlandschaft mit allen Sinnen und  kompetent angeleitet kennenzulernen. Die offenen, in der Tagespresse ausgeschriebenen Aktivitäten sind immer komplett ausgebucht. Neben Aktivitäten für Kinder und Jugendlichen sollen auch Familienangebote und Seniorenunternehmungen in das Programm einbezogen werden.

An den Aktivitäten nehmen auch regelmäßig behinderte Kinder und Jugendliche teil.

Es werden sowohl Aktivitäten für geschlossene Gruppen (Kindergärten, Schulklassen, Vereine, Seniorenclubs, offene Angebote, etc.) aus der Region, als auch aus anderen Regionen angeboten.

7. Zusammenarbeit mit Kommunen und Behörden oder Mitstreitern erwünscht

Araneus e.V. bemüht sich um eine gute und enge Zusammenarbeit mit den Fachbehörden. Es sind gemeinsame Projekte geplant. Vielen Kommunen der Regionen Stuttgart und Nordschwarzwald unterstützen die Arbeit von Araneus e.V.

8. Die Finanzierung oder Ohne Moos nix los

Da zur Zeit kaum Geld in öffentlichen Haushalten vorhanden ist, bemüht sich Araneus e.V. seine Arbeit aus den TeilnehmerInnenbeiträgen zu finanzieren. Da diese Beiträge unter sozialen Aspekten gerade im Bereich der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen niemals kostendeckend sein können, muss Araneus e.V. mit seinen nachfolgend beschriebenen ehrgeizigen Zukunftsplänen über Spender und Sponsoren und Wettbewerben die nötigen Geldmittel beschaffen.

9. Weitere Perspektiven - Jetzt gehts erst richtig los!

Da die Nachfrage nach Veranstaltungen in den letzten beiden Jahren so stark gestiegen ist, so dass sie mit den jetzigen organisatorischen und personellen Voraussetzungen der Naturschule nicht mehr bewältigt werden kann, hat Araneus e.V. sich entschlossen, für seine Arbeit einen eigenen Gebäudekomplex zu erstellen.

Der Standpunkt der zukünftigen "Naturschule" wurde so ausgewählt, dass von ihm aus sowohl der Natur- und Kulturraum des Stromberges als auch des nördlichen Schwarzwaldes erkundet werden kann. Zudem ist er von den Ballungsrämen Stuttgart und Karlsruhe aus gut mit dem Zug oder falls nicht anders möglich mit dem Pkw zu erreichen. Der Gebäudekomplex wird die Organisation von Aktivitäten wesentlich erleichtern und einen Ganzjahresbetrieb ermöglichen. Die Gebäude werden in landschaftsschonender Weise aus Holz und so einfach wie möglich errichtet. Das Motto lautet: mit wenig Mitteln viel erreichen und so kindergerecht und robust wie möglich bauen. Der Außenbereich wird ökologisch so vielfältig wie möglich gestaltet, um ihn möglichst optimal in die Umweltbildungsarbeit einbeziehen zu können.

Projektträger
ARANEUS e.V.
Zeppelinstr. 23
75417 Mühlacker
Deutschland
Telefon: 
07041/861070
Fax: 
07041/861080