Weltgestaltungsseminar Postwachstumsökonomie

Weltgestaltungsseminar Postwachstumsökonomie

Projektbeschreibung

Projekt:

Weltgestaltungsseminar

Wenn wir als junge Menschen heute in die Welt blicken bemerken wir schnell: da hängt einiges schief. Klimakrise, Flucht und Menschenrechtsverletzungen sind nur ein Bruchteil dessen, was den tiefen Weltschmerz auslöst, der so viele von ergriffen hat. Um einen fundierten Einblick in die Grundprobleme der Gegenwart zu bekommen, wollen wir erfahren, wie die Welt entstanden ist, in der wir heute leben. Im selbstorganisierten Seminar "Weltgestaltung" blicken wir gemeinsam auf das Thema Wirtschaft und Gesellschaft. Wir fragen uns: Was ist Wirtschaftswachstum? Woher kommt der Kapitalismus? Was hat Wirtschaft mit uns als Individuen zu tun, und wie können wir unsere Erkenntnisse z.B. mit unserem Einsatz für Klimagerechtigkeit verknüpfen?


Das Weltgestaltungsseminar:

Das Seminar hat im Juli 2020 in Crailsheim stattgefunden. Es haben Vereinsmitglieder des Vereins Selbstbestimmt Studieren e.V. und weitere Jugendliche, u.A. von Fridays for Future teilgenommen. Ab Juni haben wir zusammen mit Esther Wawerda, unserer Dozierenden vom Konzeptwerk neue Ökonomie, Fragen gesammelt, die uns als junge Menschen in der heutigen Gesellschaft umtreiben. Auf dieser Basis haben wir mit Esther Wawerda einen Vorschlag ausgearbeitet für den Seminarplan. Das Seminar dauerte etwas mehr als zwei Tage und war durch unterschiedlichste methodisch-didaktische Ansätze vielseitig gestaltet. Wir haben im Vorhinein einen Seminarort ausgewählt, an dem wir zum Teil an frischer Luft und vor allem mit Abstand das Seminar stattfinden lassen können unter allen Sicherheitsvorkehrungen, die möglich waren. Deswegen haben wir in kleinen Zelten auf einer Wiese geschlafen, wir haben den Tag draußen begonnen und abgeschlossen. Für den Seminarraum, das Essen und die Unterkunft haben wir Eigenmittel aufgebracht. Beim Honorar für Esther Wawerda hat uns freundlicherweise die Jugendstiftung Baden-Württemberg unterstützt.

Zu Beginn haben wir auf den Begriff 'Wirtschaft' geschaut und uns gefragt, was der Sinn, das Ziel von Wirtschaft eigentlich ist. Wir haben im Dialog bemerkt, dass im heutigen Wirtschaftssystem das Bruttoinlandsprodukt eine große Rolle spielt. Daraufhin haben wir dieses "BIP" näher unter die Lupe genommen und diskutiert, welche Auswirkungen das auf uns, unsere Erde und das soziale Zusammenleben hat. So kamen wir zu Hartmut Rosas Beschleunigungs - und Resonanztheorie. Wir haben reflektiert, wann wir in unserem Leben versuchen, immer schneller, höher und weiter zu kommen und warum. Schon bald kam die Frage auf: Was kann ich tun, wenn ich bemerke, dass das Leben um mich immer schneller wird, wenn ich total unter Druck bin und mich selbst deswegen nicht mehr spüre? Nachmittags haben wir über Resonanz gesprochen, der aktiven Begegnung mit der Welt. Die Resonanz bildet laut Hartmut Rosa ein Gegengewicht zum beschleunigten Leben, weil in diesem Moment die Zeit keine Rolle spielt. Es geht um Balance und darum, in Kontakt mit sich und der Welt zu sein.

"Mir hat das total geholfen zu verstehen, dass ich nicht schuld bin, wenn ich so gestresst bin" sagte eine junge Teilnehmende aufatmend. "Jetzt weiß ich, dass das an der allgemeinen Beschleunigung des Lebenstempos liegt und ich dem bewusst entgegenwirken kann. Sogar in meinem Alltag."

Zum Seminarabschluss haben wir gemeinsam betrachtet, wie wir Teil einer sozial-ökologischen Transformation sein können, welche gesellschaftlichen Akteur*innen an einem Wandel beteiligt sind. Jede der Teilnehmer*innen durfte ein Gedicht schreiben über die eigenen Erkenntnisse aus dem Seminar:

Gerechtigkeit. (Charlotte)

Du lässt mich aufstehen für das Klima

In Solidarität stehen. Und sieh mal –

Durch Kooperation, Mitbestimmung in der Politik

Ist ein gutes Leben für alle in Sicht.

Denn wenn wir gemeinsam streiken,

uns im globalen Norden „down-sizen“

Dann lernen wir in Gemeinschaft und Ruh

Das es gibt für uns alle genug.

Wir brauchen nicht zu streiten

Sondern müssen zusammen vorbereiten

Dass Bildung und Selbstbestimmung wird Allgemeingut

Doch – Liebe und Zusammenarbeit erfordern viel Mut.

Wer wir sind vom Verein Selbstbestimmt Studieren:

Wir sind 20 junge Menschen die lernen wollen, die Welt zu gestalten. Hierfür haben wir im Juli 2020 ein Seminar organisiert, bei welchem wir in Kooperation mit dem Konzeptwerk neue Ökonomie die Frage bearbeiteten, wie wir in Zukunft mit unserer Wirtschaft die Ressourcen und das Klima schützen können. Unser Ziel war es, neue Perspektiven zu bekommen, was es braucht, um nachhaltiger zu leben. Wir wollen unsere jungen Seminarteilnehmer*innen ermutigen, selbstbestimmt die Gesellschaft zu verändern und eigene Impulse in die Welt zu tragen. Deswegen suchen wir nach Möglichkeiten, uns selbst zu bilden, ohne Universität auf akademischem Niveau. Unser Anliegen ist es, mit fundiertem Wissen die Gesellschaft zu gestalten, unsere Individuellen Ansatzpunkte zu finden, und uns gegenseitig ermutigen, aktiv zu werden.
Wir wollen lernen, und uns mit den Inhalten der Welt zuwenden und das Seminar für junge (Klima-)Aktivst*innen öffnen, um so das Wirkungsfeld zu erweitern.

 

 

 

Projektträger
Selbstbestimmt Studieren e.v..
Charlotte von Bonin
Zellerstraße 32
70180 Stuttgart
Deutschland
Telefon: 
0160 1593840
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Zuletzt geändert: 
14.09.2020 - 09:27
Inhaltstyp: 
projekt
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